Warum dauert es so lange, bis der Herr wiederkommt?

Frage:

Gestern im Hauskreis haben wir über die Wiederkunft Christi gesprochen und uns gefragt, warum es so lange dauert, bis der Herr wiederkommt.
Mt 16,28 sagt, einige werden den Tod nicht schmecken, bis der Menschensohn wiederkommt... jedoch dauert es über 2000 Jahre. Wie ist das möglich?
Wir haben keine direkte Antwort darauf gefunden und beschlossen, diese Frage an Sie zu richten.

Antwort von Roger Liebi:

Vielen Dank für Ihren Gästebucheintrag.
Die Bibel deutet eine lange Zeit zwischen dem ersten Kommen des Messias (nach dem das jüdische Volk wegen der Verwerfung des leidenden Messias unter alle Völker zerstreut werden sollte) und dem zweiten Kommen als triumphierender Messias (vor dessen Kommen das jüdische Volk wieder gesammelt werden sollte aus aller Welt):
Im Buch des Propheten Hosea (8. Jh. v. Chr.) war diese lange Zeit der Staatenlosigkeit schon längst zuvor aufgezeichnet worden. Das Volk Israel sollte lange Zeit „ohne König“ und auch „ohne Fürsten“ bleiben (Hos 3,4-5):

„[4] Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, und ohne Schlachtopfer und ohne Bildsäulen, und ohne Ephod und ohne Teraphim. [5] Danach werden die Kinder Israel zurückkehren [d.h. ins Land der Väter] und den HERRN, ihren Gott, und David, ihren König, suchen; und sie werden sich zitternd wenden zu dem HERRN und zu seiner Güte am Ende der Tage.“

In dem Gleichnis der Talente entspricht der hochgeborene Mensch, der in ein anderes Land geht und später wieder kommt dem Herrn Jesus, der in den Himmel zurückkehrte, seinen Nachfolgern den Dienst hier auf Erden überliess, und später wieder kommen wird. Mat 25,19 besagt, dass diese Rückkehr erst „nach langer Zeit“ erfolgt:

„19 Nach langer Zeit aber kommt der Herr jener Knechte und hält Rechnung mit ihnen.“

Petrus prophezeite, dass in der Endzeit der Glaube an die Wiederkunft von Jesus Christus verspottet und ins Lächerliche verdreht werden sollte (2Pet 3,2-4). Dies deutet an, dass es doch lange dauern würde, bis der Herr zurückkehren sollte:
„… [2] damit ihr gedenkt der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des Gebotes des Herrn und Heilandes durch eure Apostel; [3] indem ihr zuerst dieses wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: [4] Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? …“

In allen Evangelien, wo der Herr ankündigt, dass gewisse Leute nicht sterben werden bos sie ihn in der Herrlichkeit des Reiches gesehen haben, folgt danach die Geschicht von der Verklärung auf dem Berg. Dort sahen Petrus, Jakobus und Johannes den Herrn Jesus bereits in seiner Herrlichkeit, die er haben wird als triumphierender Messias im 1000-jährigen Reich. Sie haben dort die Herrlichkeit des Reiches Gottes in der Zukunft gesehen. Petrus bezeugt dies unmissverständlich in 2Pet 1. Diese Erfahrung war ein Pfand Gottes, um zu zeigen, dass die prophetischen Ankündigungen auf den herrschenden Messias in der Zukunft noch erfolgen werden:
16 Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir künstlich erdichteten Mythen folgten, sondern als die da Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. 17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: "Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe". 18 Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her erlassen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren. 19 Und so besitzen wir das prophetische Wort befestigter, auf welches zu achten ihr wohl tut, als auf eine Lampe, welche an einem dunklen Orte leuchtet, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen; …
(2Pe 1:16-19 ELO)

Liebe Grüsse an alle im Hauskreis

Roger Liebi

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