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Blog

Herzlich willkommen auf meiner Homepage!

roger_liebi


Guten Tag!

Mein neuestes Buch über Endzeit wird im Moment auf Deutsch gesetzt. In den Sommerferien soll es in den Druck gehen. Es sollte in diesem Jahr ebenso auch auf Französisch, Englisch und Portugiesisch (Brasilianisch) erscheinen. Hier eine kleine Leseprobe aus dem Vorwort:

1.9. Jüdische Population im Land bis in die Endzeit

 

Trotz der Tatsache der weltweiten Zerstreuung des jüdischen Volkes ab dem Jahr 70 n. Chr. sollte es eine permanente jüdische Population im Land geben. Durch all die Verfolgungen der Juden durch die Römer, Byzantiner und seit dem 7. Jahrhundert durch die Muslime, wurde das Land Israel in einem fortschreitenden Prozess „judenrein“ gemacht. In Jesaja 6,9-10 kündigte Gott das Gericht einer geistlichen Verblendung für das Volk Israel an:

 

[9] Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk:

Hörend hört, und versteht nicht;

und sehend seht, und erkennt nicht!

[10] Mache das Herz dieses Volkes fett,

und mache seine Ohren schwer,

und verklebe seine Augen:

damit es mit seinen Augen nicht sehe

und mit seinen Ohren nicht höre

und sein Herz nicht verstehe,

und es nicht umkehre und geheilt werde.“

 

Im Anschluss an diese Ankündigung der Verblendungszeit des auserwählten Volkes wollte der Prophet wissen, wie lange diese Periode dauern würde (Jes 6):

 

[11] Und ich sprach: Wie lange, Herr?“

 

Sogleich erhielt Jesaja die folgende Antwort (Jes 6):

 

[11b] … Und er sprach: Bis die Städte verwüstet sind, ohne Bewohner,

und die Häuser ohne Menschen,

und das Land zur Öde verwüstet ist,

[12] und der HERR die Menschen weit entfernt hat,

und der verlassenen Orte viele sind inmitten des Landes.

[13] Und ist noch ein Zehntel darin,

so wird es wiederum vertilgt werden,

gleich der Terebinthe und gleich der Eiche,

von welchen, wenn sie gefällt sind, ein Wurzelstock bleibt;

ein heiliger Same ist sein Wurzelstock.“

 

Die göttliche Antwort besagte dies: In einem fortdauernden Prozess soll die Population der Juden im Land vermindert werden. Selbst 1/10 der einstigen Einwohnerzahl wäre immer noch viel zu viel. Aber das Land Israel sollte nie total entvölkert werden. Stets sollte eine Restpopulation im Land verbleiben, analog der Situation beim Fällen eines Baumes: der Strunk bleibt im Boden zurück. Dieser Wurzelstock soll schliesslich - wie ein ausgestreuter Same auf dem Acker – herrliche Zukunftshoffnung beinhalten. Wie ein Baumstrunk wieder ausschlagen und einen neuen Baum bilden kann, so sollte dies ausgehend von dem bleibenden Überrest im verheissenen Land für das Volk Israel der Fall sein.

Die jüdische Geschichte der vergangenen 2’000 Jahre bestätigt genau, was in Jesaja 6 um 700 v. Chr. geweissagt wurde: Ab dem Jahr 70 n. Chr. wurde das Land Israel durch die Zerstreuung der Juden nach und nach entvölkert. Dieser Prozess erreichte Anfangs des 19. Jahrhundert den Gipfel: Damals gab es lediglich noch etwa 6’700 Juden im Land.[1] Durch den aufkommenden Zionismus stieg die Zahl in der Folge wieder etwas an. Um die Mitte des 19. Jahrhundert gab es etwa 10‘000 Juden im Land, davon waren 8‘000 Bewohner Jerusalems.[2] Als dann 1882 die massiven Immigrationswellen einsetzten, kam die grundsätzliche Wende.

Die wichtigsten jüdischen Wohnorte im Zusammenhang mit der steten jüdischen Präsenz im Land seit dem Untergang des Staates im Jahr 135 n. Chr. waren: Jerusalem (inkl. Ost-Jerusalem), Hebron, und Tiberias.[3] Man beachte in diesem Zusammenhang, dass Hebron und Ost-Jerusalem heute bedeutende Orte des so genannten besetzten Westjordanlandes sind, von denen die Weltorganisation, die UNO, behauptet, dass sich die Juden davon trennen sollten, da es ihnen gar nicht zustehe!

Gemäss Jesaja 6 sollte Safed das jüdische Volk während der Zeit der Entvölkerung des verheissenen Landes mit geistlicher Blindheit geschlagen sein. Doch danach sollte sich die Situation ändern. Im 1. Jahrhundert n. Chr. kamen Zehntausende von Juden zur Überzeugung, dass Jesus von Nazareth der im AT geweissagte Messias für Israel ist.[4] Im Lauf der weiteren Jahrhunderte kamen stets sehr wenige Juden zum Glauben an den Messias Jesus. Als mit der Reformation ab 1517 in Europa eine gewaltige Erweckung ausbrach, indem Abertausende die Bibel und damit die Gnade Gottes ganz neu erkannten, dachte der Reformator Martin Luther, dass auch unter den Juden ein Umbruch, eine Wende, kommen würde. Doch dem war ganz und gar nicht so. Deshalb verbitterte sich der späte Luther in tragischer Weise und liess sich zu verwerflichen Aussagen über die Juden hinreissen. Doch die prophetische Zeit war damals noch nicht da. Das Land Israel stand immer noch im Prozess der jüdischen Entvölkerung gemäss Jesaja 6. Erst im 19. Jahrhundert kam die Wende mit der Entvölkerung. Damals kam auch die Wende im Blick auf den Messias. Seit dem 19. Jahrhundert haben Hunderttausende von Juden den Messias gefunden. Der Aufbruch wurde damals durch die „Hebrew Christian“-Bewegung ausgelöst.[5] Heute muss man weltweit mit mehreren Hunderttausend messiasgläubigen Juden rechnen.[6] So etwas hat es in den vergangenen 2‘000 Jahren nie gegeben! Allein in den vergangenen Jahrzehnten wuchs die Zahl der messianischen Juden in den USA um viele Zehntausende auf eine Viertelmillion an.[7] Wenn man ein solches Wachstum in Beziehung mit der Gesamtzahl von weltweit ca. 14 Millionen Juden setzt, ist das beachtlich. Kämen prozentual heute im Abendland so viele Nichtjuden, sagen wir in Deutschland und in der Schweiz, zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, und dazu noch aus einem nichtchristlichen Hintergrund, könnte man von einer Erweckung sprechen. Leider ist dem aber nicht so. Doch die in Jesaja 6 angekündigte Wende unter dem jüdischen Volk, zeitlich genau nach dem abgeschlossenen Entvölkerungsprozess im Heiligen Land, ist ein erstaunliches Faktum!



[2] GILBERT: Israel, A History, S. 3.

[3] GILBERT: The Arab-Israeli Conflict, S. 2.

[4] Als Paulus um 57 n. Chr. nach Jerusalem kam, wurde ihm im Blick auf die messiasgläubigen Juden berichtet (Apg 21,20): „Du siehst, Bruder, wie viele Zehntausende [griech. myriades] der Juden es gibt, die glauben, und alle sind Eiferer für das Gesetz.“

[7] http://en.wikipedia.org/wiki/Messianic_Judaism (s. bes. Fussnoten 24 und 27; Stand: 24.10.2010).

 


Liebe Grüsse

Roger Liebi

 


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